Sonntag, 13. November 2016

Ankunft bei Erfolg II

Manchmal, wenn ich ein Ziel erreiche, so wie man einen Gipfel erreicht, raubt mir die Erschöpfung jedes Gefühl für den Erfolg. Noch am frühen Morgen, wenige Stunden zuvor, freue ich mich schon auf klein-wenig siegenden Taumel und etwas Genuss - doch nach Ankunft, nach Niederlegung, nach Verabschiedung und etwas privatem Rückzug breitet sich eher Leere aus bis hin zur Taubheit. Ich weiss dann nicht, selbst wenn von Aussen gefragt, ob ich was essen möchte. Ein Glas Festliches oder eine Zigarre schmecken nicht wirklich. Was mich gestern tragend rettete, war das häusliche Sofa, ein Lieferheld und eine Decke.


Das Gemurmel um mich, vom Service bis zu anderen Gästen erreicht mich  gedämpft, meine Hand, die in der Gruppe ein Sektglas hält, vermag nicht. Vielmehr, wer auf mich blicken würde, sähe, dass ich daherkomme wie etwas, das ein Hund zu lange in der Schnauze hatte. Meist leitet mich dann meine Liebste, fährt und nährt, bis ich schlafe. Und wenn ich schlafe, dann sind es gerne Nächte, wo ich in abstrusen Haltungen aufwache, in denen ich einschlief, als ich nochmals auf den Computer schauen wollte.


Morgens, morgens will ich erst einmal von niemandem was wissen. - Irgendwann geht es dann wieder. Dass ich abends zuvor so noch gestrahlt haben soll, feixte oder Fotos machte und ein Lächeln im Gesicht hatte - keine Ahnung ...

Gestern. Etwas erreicht.

Jona Jakob - Frankfurt.
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